Aktuelles
25.01.2009
Jugendfeuerwehr vermittelt Kernkompetenzen
KRONSHAGEN. Die 36 Jugendfeuerwehren des Kreises Rendsburg-Eckernförde haben ihre Bilanz des Vorjahres vorgelegt und können erneut stolz auf das Ergebnis sein. Mit 1016 Mitgliedern stellt der Kreis Rendsburg-Eckernförde nach wie vor nach Nordfriesland den zweitstärksten „Jugendfeuerwehrkreis“ im Lande. „Da können wir den leichten Rückgang von 18 Mitgliedern gut verschmerzen“, bilanzierte Kreis-Jugendfeuerwehrwart Thorsten Weber. Dieser wurde im Laufe des Nachmittages im Kronshagener Bürgerhaus von den 100 Delegierten erneut als Kandidat für die Funktion des Kreis-Jugendfeuerwehrwart vorgeschlagen. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes am 20. Februar findet die eigentliche Wahl statt. Weber würde dann seine zweite Amtsperiode antreten.
Im Berichtsjahr wechselten 74 Jungen und Mädchen als gut ausgebildete Mitglieder in die Einsatzabteilungen ihrer Wehren – 15 mehr als im Vorjahr. 221 Neueintritten stehen aber auch 171 Austritte gegenüber. „Keine Lust mehr“ wurde dabei als häufigster Austrittsgrund angegeben. Dieser Ursachenforschung gilt daher auch in Zukunft die besondere Aufmerksamkeit der Jugendfeuerwehrwarte. Weitere Zahlen der Erfolgsbilanz: 399 Veranstaltungstage wurden ebenso gezählt wie 5531 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung und 10.391 Stunden allgemeiner Jugendarbeit. 250 Ausbilder sind kreisweit tätig. Highlights waren ein Seifenkistenrennen in Aukrug, ein Volleyballturnbier in Eckernförde, eine Nachtrallye in Nortorf, der 3. Aktionstag des Landesfeuerwehrverbandes im Hansa-Park, diverse Jubiläumsveranstaltungen einzelner Gruppen und die Leistungsspangenabnahme in Hohenwestedt. An letzterer legten 15 Gruppen aus dem Kreis ihr „Gesellenstück“ ab.
Für 2009 planen Thorsten Weber und sein Team u.a. ein Kreisvolleyballturnier, einen neuen Kreispokalwettkampf in Mielkendorf und erneut ein Kreiszeltlager, das erstmals im Kreis Plön stattfinden wird.
Als Gastredner richtete Landes-Jugendfeuerwehrwart Hauke Ohland auch mahnende Worte als „Rede an die Nation“. So verbieten neue Richtlinien generell ein Mitwirken von Jugendlichen der Jugendfeuerwehr bei Realeinsätzen. Trotz vereinzelter angespannter Personalverfügbarkeiten in einigen Wehren könne der Einsatz von Jugendfeuerwehrangehörigen keine Lösung sein“, mahnte Ohland. Erstens seien diese noch nicht fertig ausgebildet und zudem gebe es bereits Fälle aus anderen Kreisen, wo es zu ernsthaften Unfällen gekommen ist.
Als großes landesweites Projekt kündigte der Landes-Jugendfeuerwehrwart eine „Azubi-Kampagne“ an. „Wir wollen Ausbildungsbetrieben deutlich machen, dass Mitglieder der Jugendfeuerwehr wichtige Kernkompetenzen mitbringen und somit gute Auszubildende sind.“ Derzeit wird die Kampagne zusammen mit Arbeitsminister Uwe Döring erarbeitet und Ende März präsentiert.
Kreisbrandmeister Hans Lohmeyer appellierte an die Bürgermeister, mitzuhelfen, „die letzten weißen Flecken“ zu beseitigen und auch dort Jugendfeuerwehren zu gründen. Konkrete Vorgespräche gebe es bereits. Den Wehrführern schrieb Lohmeyer ins Stammbuch, sich vermehrt dafür einzusetzen, dass die Jugendlichen von den Jugendfeuerwehren später auch tatsächlich in die Einsatzabteilungen übertreten, um die Einsatzfähigkeit der Wehren zu stärken. „Viele geben sich Mühe – aber eben nicht alle.“
Erstmals war Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer Gast bei der Jugendfeuerwehr. Er würdigte das besondere Engagement. „Ich weiß um die besondere Bedeutung der Feuerwehren mit ihren Jugendfeuerwehren in den Dörfern. Sie alle tragen dazu bei, dass wir alle gerne in unseren Dörfern leben. In der Jugendfeuerwehren wird besonderer Wert auf die Erarbeitung der sozialen Kompetenz der Kinder und Jugendlichen gelegt und nebenbei macht es auch noch Spaß.“ Und wie zum Beweis meldete der Landrat umgehend seinen Sohn Jakob bei der Jugendfeuerwehr Hohenwestedt an. (bau).
Für besondere Verdienste um das Jugendfeuerwehrwesen wurden ausgezeichnet, geehrt oder befördert:
- das Jugendfeuerwehrzentrum in Rendsburg mit dem Ehrenteller der Kreis-Jugendfeuerwehr.
- Oberlöschmeister Frank Künemund, Jugendfeuerwehrwart aus Fleckeby und Fachbereichsleiter für das Wettbewerbswesen auf Kreisebene mit der „Leistungsspange der schleswig-holsteinischen Jugendfeuerwehr“ in Bronze.
- Oberlöschmeister Michael Mäusling, Jugendfeuerwehrwart der Jugendfeuerwehr Bordesholm mit der „Leistungsspange der schleswig-holsteinischen Jugendfeuerwehr“ in Silber.
- Hans-Jürgen Kalfier, ehemaliger Jugendfeuerwehrwart der Jugendfeuerwehr Aukrug und ehemaliger Schriftführer der Kreis-Jugendfeuerwehr mit dem „schleswig-holsteinischen Feuerwehr-Ehrenkreuz“ in Bronze.
- Michael Baarth, stellvertretender Kreis-Jugendfeuerwehrwart, wurde zum Brandmeister befördert.
Foto: v.l.: Michael Baarth, Frank Künemund, Hans-Jürgen Kalfier, Michael Mäusling. Foto: Bauer/KFV.




