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02.08.2010

Deutsche und dänische Jugendfeuerwehren zu Gast in Korsör / Dänemark

Bild - Blick in die Zeltstadt. Im Vordergrund spielen die Jugendlichen Wikinger-Schach
© Hilbert

KORSÖR / RD-ECK | Acht Tage voller Spaß und Action liegen hinter den 480 Teilnehmern des ersten großen Sommerlagers der dänischen Jugendfeuerwehr Korsör.


Das Planungsteam um Jugendwart Renè Carlsen hatte ganze Arbeit geleistet. Das Unterhaltungsprogramm, die zahlreichen Spiele und Übungen, wurden im Vorfeld sorgsam ausgearbeitet und während des Lagers von den 18 teilnehmenden Jugendgruppen souverän und mit einer beeindruckenden Fairness bestritten.


Ein Highlight war der Orientierungsmarsch, der am Mittwoch stattfand. Hier galt es acht Stationen auf einer Strecke von nur 1,8 Kilometern zu lösen. Eine Wohltat für die Füße, vor allem bei den herrschenden Temperaturen von fast 30 Grad. Es wurden Knoten und Stiche, Erste Hilfe-Aufgaben und Wasserspiele abgefragt. An Station acht erwartete die Jugendlichen dann etwas ganz besonders. Ein Benzinbrand sollte unter fachlicher Anleitung mehrerer Betreuer gelöscht werden.


An zwei Abenden konnten die Teilnehmer eine Schiffsreise buchen. Mit dem MS Brauen ging es vom Korsörer Hafen, unter der großen Belt-Brücke hindurch, vorbei an einem Offshore-Windpark wieder zurück. Die knapp zweistündige Rundfahrt zeichnete sich durch sehenswerte große Schiffe aus. Z.B. passierte das SAR-Schiff zeitgleich mit dem Luxus-Kreuzfahrt-Riesen Disney Magic und dem Segelschulschiff der dänischen Marine die Beltquerung. Der private Feuerwehrdienstleister „Falck“ führte eine Seerettungsübung vor. Mit einem Schlauchboot fuhren sie so dicht an die MS Brauen heran, dass die Besatzung übersteigen konnte.


Alles in Allem ein straffes Programm.


„Es war ein Kraftakt, der sich gelohnt hat. All dies wäre aber ohne mein Team, die vielen Helfer und natürlich die zahlreichen Sponsoren nicht möglich gewesen“, kommentierte Carlsen den Verlauf des Lagers schon nach wenigen Tagen. „Geübt“ haben die Korsörer das ganze vor zwei Jahren im Kleinformat. 2008 haben sie die THW Jugendgruppe aus Barmstedt, einige dänische Jugendfeuerwehrgruppen und die befreundete Jugendfeuerwehr Hohenwestedt zu einem Zeltlager eingeladen.


Der Kontakt nach Deutschland entstand im Jahre 2006 über den Landesfeuerwehrverband. Renè Jensen suchte für die Korsörer eine Freundschaft zu einer deutschen Wehr. Da die Jugendfeuerwehr Hohenwestedt zufällig ihr 5-jähriges Bestehen feierte, fragte Jugendreferent Holger Bauer beim Hohenwestedter Jugendwart Rolf Sievers an, der spontan eine Einladung an die Dänen aussprach. Aus den ersten, vorsichtigen Begegnungen ist mittlerweile eine sehr enge Freundschaft geworden. Die jährlichen Zeltlager in Deutschland und Dänemark, gegenseitige Betreuertreffen und viele Telefonate und E-Mail zeugen davon. Hohenwestedts Jugendwart Sievers dazu: „Es ist schwer über eine so große Entfernung den Kontakt zu halten, hinzu kommt auch noch die Sprachbarriere, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wir haben den Weg gefunden und werden ihn weiter gehen.“


Im Sommerlager entstand auch reger Kontakt zwischen dänischen und deutschen Jugendlichen. Mit Händen und Füßen, ihrem Schulenglische verständigten sie sich und bauten so kleine Freundschaften auf, die teilweise durch Tränen beim Abschied bekundet wurden. „Im modernen Zeitalter von Internet Massaging, E-Mail und Handy, werden diese Kontakte sicher bis zum nächsten Zeltlager aufrecht erhalten“, so das Mitglied des Lagerstabs Patrick Hilbert.


Am letzten Tag hieß es dann antreten zur Siegerehrung. Die Pokale standen aufgereiht hinter Renè Carlsen und seinem Team. Besonders stach ein Pokal hervor. Der Fairplaypokal, gestiftet von Holger Bauer, dem Jugendreferenten des Landes-Feuerwehrverbandes Schleswig-Holstein. „Ich finde es beeindruckend, wie zwei Nationen zusammenrücken und aus einer kleinen Idee ein so tolles Lager gemacht haben“, so Bauer zu seinen Beweggründen. Eine Jugendfeuerwehr fiel durch ihre Einsatzbereitschaft besonders auf. Die Jugendfeuerwehr Flintbek war immer zur Stelle, wenn Personal und Material gebraucht wurden, somit durften sie den silbrig schillernden Pokal in Form eines High-Tech-Feuerwehrhelmes mit nach Hause nehmen.


Auch der erste Platz wurde mit einer Stiftung dotiert. Die Vorsitzenden des SSW Anke Spoorendonk, die gleichzeitig die Schirmherrschaft dieses Lagers übernommen hatte, stiftete den Siegerpokal, den die Jugendfeuerwehr Rieseby mit nach Hause nahm. Platz 2 belegten die Jugendlichen aus Kronshagen und auf dem dritten Rang landeten die Mielkendorfer. In Weiteren Platzierungen: Owschlag-Norby-Brekendorf, Fleckeby, Fockbek, Flintbek, Hüttener Berge, Rendsburg, Aukrug, Nortorf, Korsör, Hohenwestedt, Melsdorf, Westerrönfeld, Barmstedt, Greve.


Beendet wurde das Lager mit der Tradition eines Kreis-Zeltlagers im Kreis Rendsburg-Eckernförde: Einer nicht endenden La Ola-Welle. (hil)


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