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09.03.2010

Nachwuchs drängt auf bessere Integration auch von Jugendlichen mit Behinderungen

Jugendwehren haben neue Spitze

Altenholz - Im Vorwege fand sich keiner, dann hatten die Delegierten die Qual der Wahl unter fünf Kandidaten: Neue Jugendgruppenleiterin für die 37 Jugendwehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist Mareike Schiweck aus Rieseby. Sie löst den Rendsburger Felix Bukatz ab. 

Der Kunstgriff vom Kreisjugendfeuerwehrwart Thorsten Weber (Osterrönfeld) auf der Versammlung in Altenholz zeigte damit Erfolg. Er ließ diese Wahl einfach in der Tagesordnung nach hinten verschieben, um den Jugendlichen noch etwas Beratungszeit zu geben. Bei 37 Jugendwehren soll es nicht bleiben, wenn es nach dem Kreisvorstand geht: „Leider sind die Gespräches für Neugründungen ins Stocken geraten. Aber wir werden weiterhin versuchen, die Politik und auch die Kameraden davon zu überzeugen, dass Jugendarbeit sehr wichtig ist“, sagte Weber. Zurzeit sind 1038 Jugendliche Mitglied, 22 Prozent von ihnen Mädchen. 169 Austritte gab es, 266 Eintritte und 94 junge Leute sind in die aktiven Feuerwehren gewechselt. Insgesamt wurden 6579 Stunden für die feuerwehrtechnische Ausbildung geleistet, 10246 für allgemeine Jugendarbeit, auch diese Zahlen nannte Weber in seiner Bilanz.

 

Für Unruhe im Saal sorgte der scheidende Kreisjugendgruppenleiter Felix Bukatz, der zu wenig Unterstützung und Widerstände in den Wehren bei der Aufnahme von Jugendlichen mit Behinderungen beklagte. „Das passt nicht zu unserer Werbeaktion ,Unsere Welt ist bunt'“, erläuterte der 17-Jährige seinen Redebeitrag auf Nachfrage. Unter dem Motto läuft gerade eine Integrationskampagne der Deutschen Jugendwehr. Aus seinen Gesprächen mit den einzelnen Wehren seien ihm drei Fälle im Kreis bekannt. Er fühle sich verantwortlich, auch so etwas zur Sprache zu bringen, um die Diskussion voran zu bringen. „Wir integrieren hervorragend“, antwortete darauf Weber, „ich weiß nicht, von welcher Wehr Du sprichst.“ Solche Konflikte sollten möglichst in den Wehren gelöst werden, fand Kreispräsident Lutz Clefsen: „Natürlich sollen junge Leute mit Behinderungen, so weit sie den Dienst leisten können, auch mitmachen.“ In den bundesweiten Zusammenhang rückte Sascha Kessler das Thema. Der stellvertretende Landesjugendfeuerwart gestand ein, dass die bisherige Aufnahmequote von Menschen mit Migrationshintergrund und mit Behinderungen noch sehr gering sei: „Da können wir mehr tun.“ Kreisbrandmeister Hans Lohmeyer warnte davor, Erwartungen zu wecken: „Wir müssen den Jugendlichen auch sagen, dass die Teilnahme am Feuerwehrdienst für sie schwierig wird.“Es gab noch weitere Wahlen: Dabei übernahm Vanessa Hartmann (Damendorf) die Organisation der Lehrgänge von Matthias Berendt (Kronshagen), der nach neun Jahren aus dem Vorstand ausschied. Nachrücker für die Damendorferin bei der Schriftführung ist Roland Kikow (Emkendorf). Für hervorragende Verdienste bekamen Dirk Gloyer (Waabs) und Donar Axmann (Rieseby) die Leistungsspange in Bronze der schleswig-holsteinischen Jugendfeuerwehr überreicht. Beide sind seit langem Ansprechpartner für die Jugendlichen vor Ort, haben sich darüber hinaus viele Jahre für das Kreiszeltlager in Waabs mit jeweils rund 700 Teilnehmern engagiert.

Text mit freundlicher Genehmigung von Gabriele Asmus / Kieler Nachrichten


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